40 Jahre nach Tschornobyl | 15 Jahre nach Fukushima | 4 Jahre nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine

Einige Impressionen der Mahnwache der Tschornobyl* Initiative Dransfeld vom 26.04.2026.

Michael Lühmann, MdL sagt dazu: „Ich war heute in Dransfeld, um mit vielen lieben Menschen an die Katastrophen von Tschornobyl* und Fukushima zu erinnern und zu gedenken, auch als Zeichen gegen eine verlogene und schäbige Debatte in der Union über eine vermeintliche Rückkehr zur Atomkraft.“

Diesen Worte schließen wir uns gerne an.


Wir gedenken der Opfer und der Menschen, die auch in den folgenden Generationen immer noch erhebliche gesundheitliche Folgen zu tragen haben. 

Mit dem brutalen Einmarsch der russischen Armee am 24. Februar 2022 in die Ukraine wurden alle Vorstellungen von einem einigermaßen friedlichen Zusammenleben in Europa über den Haufen geworfen. 

Wir wollen der vielen Opfer gedenken, die dieser Krieg bereits jetzt schon gefordert hat.

Wir denken aber auch an die Millionen Geflüchteten, die ihr Zuhause, ihre Heimat aufgeben mussten, und nun trotz der großen Hilfsbereitschaft in den europäischen Ländern versuchen müssen, ihr Leben neu zu ordnen.

Der Krieg in der Ukraine ebenso wie der Krieg im Nahen Osten (Iran) führen uns deutlich vor Augen, dass Atomanlagen sehr schnell zu Zielen hoch gefährlicher Auseinandersetzungen werden können. 

40 Jahre nach Tschernobyl und 15 Jahre nach Fukushima befinden sich in Deutschland keine Atomkraftwerke mehr am Netz! Weiter in Betrieb bleiben (vorerst?) die Atom-Fabriken in Lingen und Gronau, die nach wie vor u.a. für russische AKWs Uran-Brennstäbe produzieren und angereichertes Uran in europäische Länder exportieren.

Größte Anteilseignerin der Atom-Fabrik Lingen ist ANF, Tochterunternehmen des französischen Konzerns Framatome, der wiederum zu 75% dem französischen Staatskonzern EDF gehört. Noch nach dem russischen Angriffskrieg vereinbarte Framatome mit dem russischen Staatskonzern Rosatom eine Kooperation (Joint Venture). Die Bundesregierung schiebt die Entscheidung über eine Kooperation zwischen Framatome und Rosatom in Lingen auf die Niedersächsische Landesregierung.                                                            

Bisher bleibt Umwelt- und Energieminister Christian Meyer (Grüne) standhaft bei seiner ablehnenden Haltung: 

„Geschäfte mit dem Kriegstreiber Putin sollten gerade im sensiblen Atomsektor nicht gemacht werden.“

Er braucht hierfür aber auch den Rückhalt aus der Zivilgesellschaft

Darum: Keine Geschäfte mit Rosatom! Die Brennelemente-Fabrik Lingen muss umgehend geschlossen werden!

Eine schlechte Nachricht kommt aus der EU:                                                                        

Zum Start des Atomenergie-Gipfels Anfang März bezeichnete EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen die Abkehr von der Atomkraft als „strategischen Fehler“. Daher sollen mit Geldmitteln aus dem Emmissionshandel Investitionen in die Entwicklung kleiner, modularer Atomkraftwerke (SMR, small modular reactors) gefördert werden. Dies hängt nun davon ab, ob Energie aus Atomkraft in der EU als „nachhaltig“ eingestuft wird und ob Deutschland seinen Widerstand gegen einen Pro-Atom-Kurs in der EU aufgibt. Bundesumweltminister Schneider (SPD) dementierte im vergangenen Jahr eine deutsche Kehrtwende.

Wir bleiben dabei: Eine risikofreie Nutzung der Atomenergie ist nicht möglich!          

Ein sicheres Endlager für Atommüll gibt es bisher nicht. 

Wir brauchen nach wie vor eine zügige und durchgreifende Energiewende, wenn wir die Klimaziele überhaupt noch annähernd erreichen wollen (oder können).                   

Weltweit zeigt sich, dass die Erneuerbaren Energien die günstigste und umweltschonendste Form der Stromgewinnung darstellen.

Claudia Mielenhausen, Ingrid Linde-Schwethelm, Günther Schwethelm, Markus Südekum, Ralf Kaufmann, Vera Wengel, Ernst Achilles-Wengel, Inge Kelterborn, Hans-Georg Kelterborn, Renate Huffmann, Erika Budde, Manfred Budde, Karl-Heinz Hesse

* Tschornobyl geht auf die ukrainische Schreibweise zurück. Daher nutzen wir diese Schreibweise in Zukunft gerne.