Mega-Batteriespeicher in Alfeld an der Leine eingeweiht

In Alfeld an der Leine steht ein Batteriespeicher von beachtlicher Größe. Er zählt europaweit zu den größten Anlagen dieser Art. Die Anlage soll Energie aufnehmen und später wieder abgeben – doch was steckt hinter dem Projekt?  

Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, erzeugen Solaranlagen und Windräder reichlich Strom. Doch woher kommt die Energie an einem windstillen Abend? Hier soll der neue Speicher in Alfeld Abhilfe schaffen: Er nimmt Strom aus erneuerbaren Quellen auf, wenn mehr produziert als verbraucht wird, und gibt ihn bei Bedarf wieder ab – in beträchtlichem Umfang.  

Mit einer Kapazität von 282 Megawattstunden und einer Anschlussleistung von 137,5 Megawatt kann der Speicher laut dem niedersächsischen Umweltministerium den durchschnittlichen Bedarf von 300.000 Vier-Personen-Haushalten decken. Auch die bauliche Dimension ist beachtlich: Auf anderthalb Hektar stehen 3.200 Batterien in 72 Containern. Damit gehört die Anlage zu den größten in Europa und ist die größte in Deutschland.  

Der Batteriespeicher soll kurzfristige Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleichen. Für Niedersachsens Energieminister Christian Meyer ist dies ein Schritt zu einer stabilen Versorgung: „Das sorgt für eine sichere Energieversorgung, weil wir dann eben, wenn wir gerade wenig Wind und Sonne haben, wir trotzdem Strom nutzen können.“

Auch beim Preis sieht Meyer Vorteile: Die Idee besteht darin, günstigen Strom aus Wind und Sonne zu speichern, wenn viel davon vorhanden ist, und ihn später bei hoher Nachfrage abzugeben. Dies sei „auch gut für die Verbraucher, weil wir mit diesen Anlagen den Strompreis senken können“, so der Minister gegenüber RTL.  

Dafür setzt Meyer auf einen Dreiklang: Erzeugung erneuerbarer Energien, Speicherung von Stromüberschüssen und Ausbau der Netze. Heimische Energie soll nach seinen Worten zudem unabhängiger von weltweiten Gas- und Ölpreisen machen.  

In den Batteriespeicher sind laut Christian Meyer mehr als 100 Millionen Euro geflossen. Ein Vorteil des Standorts ist die bereits vorhandene Netzinfrastruktur mit einem Umspannwerk. „Die Netze sind da“, sagt der Minister. Die Anlage könnte bald Konkurrenz erhalten: „Dieser Speicher ist jetzt der größte, aber in wenigen Monaten werden wahrscheinlich immer weitere größere entstehen“, so Meyer. In Lingen errichtet RWE nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur an seinem Kraftwerkstandort einen Batteriespeicher mit 400 Megawatt Leistung. Der Spitzenplatz wäre dann womöglich nur von kurzer Dauer.

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